Was ist eigentlich ein Datenökosystem?

Bild von Maximilian Feike Dr. Maximilian Feike

In der neuen Ausgabe von "Thinking Data" spricht Dr. Maximilian Feike, Leiter des Teams "Service Ecosystem Innovation" am KODIS des Fraunhofer IAO in Heilbronn und außerdem Leiter des Projekts KONVOY, über Datenökosysteme und deren Bedeutung für Innovation und Transformation.

Heilbronn, 03. September 2026

In der neuen Ausgabe von "Thinking Data" spricht Dr. Maximilian Feike, Leiter des Teams "Service Ecosystem Innovation" am KODIS des Fraunhofer IAO in Heilbronn, über Datenökosysteme und deren Bedeutung für Innovation und Transformation. Ein Datenökosystem beschreibt ein Beziehungsgeflecht aus Unternehmen, Organisationen und Menschen, die Daten und Ressourcen miteinander teilen, ähnlich wie in einem biologischen Ökosystem kein Lebewesen isoliert existiert. Ziel ist dabei nicht der Datenaustausch selbst, sondern die eigenen, konkreten Ziele der beteiligten Akteure, für die wertvolle Informationen bei anderen Partnern liegen.

Als Beispiel nennt Dr. Feike den Digitalen Produktpass in der Automobilindustrie: In einem Datenökosystem wie Catena-X fließen Informationen vom Lithium-Minenbetreiber über den Zellhersteller bis zum Recycling-Unternehmen zusammen, sodass Kund:innen nicht nur das Produkt, sondern auch einen verlässlichen Nachweis über CO₂-Fußabdruck und Menschenrechte in der Lieferkette erhalten. Auch das Projekt "IgeL_x" folgt diesem Prinzip und entwickelt ein offenes Datenökosystem für vernetzte Straßenbeleuchtung, wodurch Städte laut Dr. Feike bis zu 67 Prozent Energie einsparen und gleichzeitig neue Smart-City-Dienste wie Verkehrssteuerung in Echtzeit ermöglichen können.

Im Zentrum des Gesprächs steht unser Forschungsprojekt KONVOY, das zwölf Verbundprojekte aus unterschiedlichen Branchen begleitet, von Cybersecurity bis Medizin, und dabei systematisch untersucht, wie Unternehmen ihre Datenökosysteme modellieren, simulieren und zukunftsfähig gestalten können. Entscheidend ist laut Dr. Feike das Zusammenspiel aus partnerschaftlicher Kooperation und der Fähigkeit, sich an dynamische Entwicklungen anzupassen, denn ein Datenökosystem ist nie statisch, sondern verändert sich stetig, während neue Akteure hinzukommen und sich Beziehungen verschieben. Der neutrale, wissenschaftliche Blick von Fraunhofer helfe den beteiligten Unternehmen dabei, den Fokus auf das Wesentliche zu behalten und die richtigen strategischen Fragen zu stellen.

 

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